Der Camus-Adventskalender: Die 21. Tür geht auf

Tür in Georgien. Mit herzlichem Dank an meine reisefreudige Cousine ©Erika Spindeck!

„Die Krankheit ist ein Kloster mit seiner Ordensregel, seiner Askese, seinem Schweigen und seinen Erleuchtungen.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen noch schöne Adventstage!

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*Albert Camus, Tagebücher 1935-1951. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister. 1963,1967 Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, S. 155. Notiz vom November 1942.
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Der Camus-Adventskalender: Die zwanzigste Tür geht auf

Tür in Tunesien. Mit herzlichem Dank an meine reisefreudige Cousine ©Erika Spindeck!

„In diesem Licht und in diesem Schweigen zerrannen langsam die Jahre der Raserei und der Nacht. Ich lauschte in mir einem fast vergessenen Klang, als finge mein Herz nach langem Stillstehen ganz sachte wieder zu klopfen an. (…) Auf den sandigen Hängen, die mit Heliotrop überdeckt waren wie mit dem Schaum, den die wilden Wogen der letzten Tage zurückgelassen hatten, blickte ich in der Mittagsstunde auf das Meer, das sich kaum bewegte, und löschte jenen zweifachen Durst, den man nicht lange hinhalten kann, ohne dass unser Wesen ausdörrt: zu lieben und zu bewundern. Denn nicht geliebt zu werden ist nur misslicher Zufall, nicht zu lieben jedoch ist Unglück.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen einen schönen vierten Adventssonntag!

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*Albert Camus, Heimkehr nach Tipasa, Deutsch von Monique Lang, in: Literarische Essays, Rowohlt-Verlag, Hamburg 1959, S. 175f.

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Der Camus-Adventskalender: Die neunzehnte Tür geht auf

Tür in Äthiopien. Herzlichen Dank für das Foto an meine reisefreudige Cousine Erika Spindeck (©)!

„Maß. Sie halten es für die Lösung des Widerspruchs. Es kann nichts anderes sein als die Bestätigung des Widerspruchs und der heroische Entschluss, sich daran zu halten und ihn zu überleben.“*

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen eine schönes viertes Adventswochenende!

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*Albert Camus, Tagebücher 1951-1959. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, S.32. Eintrag von Ende 1951.

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Der Camus-Adventskalender: Die achtzehnte Tür geht auf

Tür des Restaurants Ciapeletta in Carloforte, Isola di San Pietro/Sardinien. Mit Dank an ©Klaus Küster!

„Wie viele Menschen von heute bin ich der Kritik, des Mäkelns, der Bosheit, mit einem Wort des Nihilismus müde. Was zu verurteilen ist, soll verurteilt werden, aber kurz und bündig. Was hingegen noch gelobt zu werden verdient, sollte ausführlich gelobt werden. Schließlich bin ich ja darum Künstler, denn selbst das Werk, das verneint, bejaht noch etwas und ehrt das armselige und herrliche Leben, unser Leben.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen Blog-Leserinnen und Camus-Freunden ein schönes Wochenende!

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*Albert Camus, Die Wette unserer Generation, in: Fragen der Zeit, Rowohlt-Verlag, Reinbek b. Hamburg 1960, S. 192

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Der Camus-Adventskalender: Die siebzehnte Tür geht auf

Tür in der Altstadt von Funchal, Madeira. Dank für das Foto an Dieter Fränzel (©).

„«Man muss das Leben lieben, ehe man seinen Sinn liebt», sagt Dostojewski. Gewiss, und wenn die Liebe zum Leben verschwindet, tröstet uns kein Sinn darüber hinweg.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit, auch wenn sie in diesem Jahr anders ist als sonst!

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*Albert Camus, Tagebücher 1935-1951. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister.  Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1963, 1967, S. 275. Eintrag aus September 1949.

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Der Camus-Adventskalender: Die sechzehnte Tür geht auf

16, Rue Ravignan war Camus‘ erstes Quartier in Paris – damals noch ein Hotel. ©Foto: Anne-Kathrin Reif

Der Nachtportier, dem Tarrou allabendlich begegnet, wenn er in sein Hotel zurückkehrt: 

„Ach, wenn es doch ein Erdbeben wäre! Ein ordentlicher Stoß, und damit hat es sich… Man zählt die Toten, die Lebenden, und dann ist die Sache erledigt. Aber diese Saukrankheit! Selbst die, die sie nicht haben, tragen sie im Herzen.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit, auch wenn sie in diesem Jahr anders ist als sonst!

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*Albert Camus, Die Pest. Deutsch von Uli Aumüller. Rowohlt-Verlag, Reinbek b. Hamburg 1997, S. 131.

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Der Camus-Adventskalender: Die fünfzehnte Tür geht auf

Tür in der Altstadt von Funchal, Madeira. Dank für das Foto an ©Dieter Fränzel!

„Es kommt immer ein Augenblick, in dem die Menschen aufhören, zu kämpfen und sich zu zerfleischen, sich endlich bereit finden, sich so zu lieben, wie sie sind. Das ist das Himmelreich.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit, auch wenn sie in diesem Jahr anders ist als sonst!

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*Albert Camus, Tagebücher 1935-1951. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister.  Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1963, 1967, S. 299. Eintrag aus Frühjahr 1950.

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Der Camus-Adventskalender: Die vierzehnte Tür geht auf

Jugendstil-Gittertür in Nancy. ©Foto: Anne-Kathrin Reif

„Sie haben recht, Rambert, vollkommen recht, und um nichts in der Welt möchte ich Sie von dem abbringen, was Sie tun werden, was mir gerecht und gut erscheint. Aber trotzdem muss ich es Ihnen sagen: bei alldem handelt es sich nicht um Heldentum. Es handelt sich um Anstand. das ist eine Idee, über die man lachen kann, aber die einzige Art, gegen die Pest anzukämpfen, ist der Anstand.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit, auch wenn sie in diesem Jahr anders ist als sonst!

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*Albert Camus, Die Pest. Deutsch von Uli Aumüller. Rowohlt-Verlag, Reinbek b. Hamburg 1997, S. 186f.

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Der Camus-Adventskalender: Die dreizehnte Tür geht auf

Tür in der alten tansanischen Hauptstadt Bagamoyo. Herzlichen Dank an ©Martin Rubensdörffer!

„Ich glaube weiterhin, dass unserer Welt kein tieferer Sinn innewohnt. Aber ich weiß, dass etwas in ihr Sinn hat, und das ist der Mensch, denn er ist das einzige Wesen, das Sinn fordert. Diese Welt besitzt zumindest die Wahrheit des Menschen, und unsere Aufgabe besteht darin, ihm seine Gründe gegen das Schicksal in die Hand zu geben.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen einen schönem dritten Adventssonntag!

*Albert Camus, Briefe an einen deutschen Freund, in: Fragen der Zeit, Rowohlt-Verlag, Reinbek b. Hamburg 1960, S. 28f. (aus dem Vierten Brief,  Juli 1944).

P.S. Heute geht damit schon die zweite Tür auf, denn die zwölfte Tür blieb gestern wegen Serverausfalls leider geschlossen!

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Der Camus-Adventskalender: Die zwölfte Tür geht auf

Tür im Kulturzentrum Sidi Bou Said, Tunesien. Herzlichen Dank für die Fotos an ©Erika Spindeck!

„Beinahe vollständige Genesung, ich erhoffe sogar eine vermehrte Kraft. Verstehe jetzt besser, was ich immer gewusst habe: Wer sein Leben hinschleppt und unter seiner Last zusammenbricht, kann niemandem helfen, gleichgültig, welche Pflichten er übernimmt. Wer sich beherrscht und das Leben beherrscht, kann der wahrhaft Großzügige sein und mühelos geben. Nichts erwarten und nichts fordern außer dieser Kraft zum Geben und zum Arbeiten.“ *

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Der Camus-Adventskalender. Jeden Tag eine Tür und ein mehr oder weniger zufällig ausgewähltes Zitat als kleiner Gedankenanstoß für den Tag. Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit, auch wenn sie in diesem Jahr anders ist als sonst!

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Albert Camus, Tagebücher 1951-1959. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, S. 281.

Aufgrund von Serverausfall leider mit einem Tag Verspätung!

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