Saisonstart bei den Theatern: Camus in Basel, Chemnitz, Leipzig, Linz, Oldenburg, Marl, München, Wien und Zürich

Caligula (Stefan Migge) und Senectus, ein alter Patrizier (Stefan Schweninger) in der Caligula-Inszenierung am Theater Chemnitz. Wiederaufnahme ist am 9. Oktober. ©Foto:

Caligula (Stefan Migge) und Senectus, ein alter Patrizier (Stefan Schweninger) in der Caligula-Inszenierung am Theater Chemnitz. ©Foto: Dieter Wuschanski/ Die Theater Chemnitz gGmbH

Jetzt wird‘s aber dringend Zeit, mal die Theaterprogramme zu durchforsten… Schließlich steht fast überall der Start in die neue Spielzeit quasi schon vor der Tür. Wird auch fast vier Jahre, nachdem seine Stücke zum Centenaire 2013 auf deutschsprachigen Bühnen stark in den Aufwind gerieten, noch und wieder Camus dabei sein? Ein erster Blick zeigt: Das Interesse scheint kaum nachgelassen zu haben, denn angekündigt werden sowohl Wiederaufnahmen als auch einige Premieren.

Stichwort Wiederaufnahmen, für mich an erster Stelle zu nennen: Die großartige (und sensationell erfolgreiche) Inszenierung von Das Missverständnis als Menschen-Figuren-Theater von Nikolaus Habjan am Volkstheater in Wien läuft dort wieder ab dem 9. Oktober. Und für wen der Weg nach Leipzig oder Zürich näher ist als der nach Wien: am 12. November gastiert das Stück beim Festival Euro-Scene Leipzig und anschließend am 25. und 26. November am ehrwürdigen Züricher Schauspielhaus. Dabei lohnt sich der Weg nach Leipzig sicherlich auch deshalb, alldieweil weitere drei Stücke mit Nikolaus Habjan und seinen Figuren dort gezeigt werden (und sich das Programm dieses Festivals für zeitgenössisches Theater und Tanz auch ansonsten spannend liest).

Ob sich wohl auch die Neue Oper Wien von Habjan und dem Erfolg seiner Inszenierung hat inspirieren lassen und deshalb Das Missverständnis als Opernstoff entdeckt hat? Jedenfalls wird dort in dieser Saison die Oper Le Malentendu von Fabian Pisanello nach Albert Camus (Libretto von Juan Lucas) ihre Uraufführung feiern (in Kooperation mit dem Teatro Colon, Argentinien, den Teatros del Canal & Teatro Real (Madrid) und dem Centre National de Création Musicale (CIRM). Premiere ist am 21. Februar 2017 im Semper-Depot Wien, im März geht die Inszenierung nach Buenos Aires und im April nach Madrid.

Dass in Zeiten beinahe allgegenwärtigen Terrors auch Camus‘ Auseinandersetzung mit diesem Thema wieder Konjunktur hat, braucht einen ja nicht zu wundern. Und so feiern Die Gerechten bereits am 15. September Premiere beim Theater Phönix im österreichischen Linz (Regie: Anke Salzmann; öffentliche Hauptprobe bereits am 13. September). Ab dem 25. Februar 2017 hat auch das Staatstheater Oldenburg das Stück um die jungen russischen Revolutionäre, die 1905 einen Anschlag auf den Großfürsten planen, im Programm (Regie: Peter Hailer). Das Euro-Theater in Bonn hat seinen Spielplan noch nicht veröffentlicht, gut möglich aber, dass auch dort die Dauerbrenner Die Gerechten und Der Fremde wieder aufgenommen werden.

Macht, Größenwahn, Schreckensdiktatur, Unterwerfung und Widerstand: Auch im Fall von Caligula muss man nach aktuellen Bezügen nicht tief graben. Beim Theater Basel steht die Premiere am 11. November an (Regie: Antonio Latella), das Theater Chemnitz nimmt seine Inszenierung aus der vergangenen Saison am 29. Oktober wieder auf (Regie: Robert Czechowski).

Zu guter letzt noch zwei Premieren, die zwar kein Original-Camus aber natürlich doch ganz unmittelbar mit ihm verknüpft sind: Kamel Daouds Erfolgsroman Meursault contre-enquête (Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung), der dem in Der Fremde von Meursault ermordeten Araber einen Namen gibt und die Geschichte aus der Sicht seines Bruders erzählt, hat den Weg auf die Theater- und nun auch auf die Opernbühne gefunden. Nachdem eine Bühnenfassung bereits im vergangenen Jahr beim Festival in Avignon zu sehen war, bringen die Kammerspiele München am 29. September unter der Regie des iranischen Regisseurs Amir Reza Koohestani eine weitere Version heraus. Gespielt wird u.a. in Farsi, arabischer und deutscher Sprache, mit deutschen und englischen Übertiteln. Zwei Tage vorher, am 27. September, ist der Autor Kamel Daoud selbst bei den Kammerspielen zu Gast und liest zusammen mit Mitgliedern des Ensembles aus seinem Roman. Und der Oper Die Fremden, die am 2. September im Rahmen der diesjährigen Ruhrtriennale ihre Uraufführung feiert, liegt ebenfalls jener Stoff zugrunde. Regisseur Johan Simons hat das Musiktheaterstück mit Musik von György Ligeti, Mauricio Kagel und Claude Vivier kreiirt (weitere Aufführungen am 3., 4., 8., 9. und 10. September in der Kohlenmischhalle, Zeche Auguste Victoria, in Marl). Womit wir gleich beim nächstliegendsten Termin angekommen wären.

Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit, weiteres wird sich vielleicht noch finden, und wie immer: 365tage-camus bleibt dran. In diesem Sinne: à bientôt!

 

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Kalenderblatt: 6. August 1945 – Hiroshima

Das Friedensdenkmal in Hiroshima, auch "Atomic Bomb Dome" genannt – das einzige erhaltene Bauwerk dieser Katastrophe. Wikicommons/Fotograf: Andreas Maresch

Das Friedensdenkmal in Hiroshima, auch „Atomic Bomb Dome“ genannt – das einzige erhaltene Bauwerk dieser Katastrophe. Wikicommons/Fotograf: Andreas Maresch

„Die Atombombe: Allenfalls stimmt der allgemeine Tod unter diesem Gesichtspunkt mit der Seinsverfassung des Menschen überein. Es genügt also, ins reine zu kommen. Wir stoßen wieder auf das erste und älteste aller Probleme. Beim Unendlichen angekommen fangen wir wieder bei Null an. Zweite Verschiebung des Problems: Der Urheber der universalen Geißel ist nicht mehr Gott, sondern die Menschen. Die Menschen sind endlich Gott gleich geworden, aber in seiner Grausamkeit. Wir müssen also die Revolte der vergangenen Zeitalter neu beginnen, aber diesmal gegen die Menschheit. Man bedarf eines neuen Luzifer, der die Macht der Menschen leugnet.“¹

Am 6. August 1945 hat das US-Militär über Hiroshima die erste im Krieg eingesetzte Atombombe abgeworfen.

¹ Albert Camus, Tagebücher 1951-1959. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, S. 139f. Eintrag aus dem Jahr 1953.
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Ein Schauplatz aus Stille, Wasser und Steinen (mit Camus in Pisa)

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Pisa – Piazza dei Miracoli am Abend des 10. Juli 2016. ©Foto: Anne-Kathrin Reif

Mein geduldiges Verlangen: zu lieben und zu verstehen ist unerschöpflich an diesem ersten Abend, an dem ich müde und hungrig in Pisa ankomme und auf der Bahnhofstraße von einem Dutzend donnernder Lautsprecher empfangen werde, die eine fast nur aus jungen Menschen bestehende Menge mit einer Flut von Romanzen überschüttet. Ich weiß bereits, worauf ich warte. Nach diesem Trubel kommt jener kostbare Augenblick, wo die Cafés schließen und plötzlich wieder Stille herrscht und ich mich durch die kurzen dunklen Straßen dem Zentrum der Stadt nähere. Der schwarz vergoldete Arno, die gelbgrünen Denkmäler, die leere Stadt – wie soll man diesen geschickten Vorwand, diese plötzliche Ausflucht beschreiben, wodurch Pisa sich um zehn Uhr abends in einen geheimnisvollen Schauplatz aus Stille, Wasser und Steinen verwandelt.

Die Wüste, in: Hochzeit des Lichts, Literarische Essays, Deutsch von Guido G. Meister, Rowohlt-Verlag, Hamburg 1959, S. 111. Der Essay stammt aus der Sammlung Noces von 1938, Camus besuchte Pisa auf seiner Italienreise 1937.

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Von zärtlicher Gleichgültigkeit der Welt und tendresse humaine (aus meinem Tagebuch)

Capoliveri/Elba. Es gibt keine Wiederholungen, und man holt die Vergangenheit nicht ein. Dennoch ist es ein neuerliches Glück, an einen Ort zurückzukehren, an dem man vor langer Zeit glücklich gewesen ist, und ihn ohne allzu große Veränderungen vorzufinden. Gewiss, es gab die Umgehungsstraße nicht, nicht diesen gigantischen Parkplatz und auch nicht den sieben Tage die Woche geöffneten Riesen-Supermarkt, der längst den kleinen Metzger und den Gemüsehändler von der Piazza vertrieben hat, in dessen Ladenlokal jetzt eine von vier Eisdielen eingezogen ist, die es früher auch nicht gab, genauso wenig wie die erstaunliche Anzahl an Restaurants, Bars und Boutiquen. Zweifellos gibt es zahllose Ferienhäuser, Appartmentanlagen und auch Villen mehr, aber sie verstecken sich hinter großen, alten Pinien oder hinter hohen Hecken von verschwenderisch blühenden Bougainvilleen und Oleander und verschwinden schon aus geringer Entfernung betrachtet in dichtem Grün. Nirgendwo sind Hotelanlagen in die Höhe geschossen, die dem Auge und der Seele wehtun, wenn man den Blick von den Höhen hinab endlos über das Meer und die Hügel gleiten lässt. Dieses leuchtende Meer und diese grünen Hügel, über denen sich der kantige, kahle Rücken des Monte Capanne erhebt… alles ist da, wie es immer da gewesen ist.

Und da schnurren auf einmal all die vielen Jahre zusammen, da reihen sich all die über Abstände von Jahren hinweg gesammelten Augenblicke aneinander und fädeln sich auf, und Erinnerungen stehen plötzlich lebendig da, die vergessen waren.

Ich denke daran, wie ich einmal an einem Abend allein in dieser kleinen Pizzeria saß… und wünschte nichts mehr als dieses Bild zeichnen können, dieses Schauspiel mit meinen Augen filmen, das sich da vor mir abspielte… und dann doch dachte, ich sollte lieber gehen, sonst breche ich noch an Ort und Stelle in Tränen aus vor Rührung und weil das Herz schier platzen will. – Wie sie sich jetzt wieder anschauen… Sie schaut schmollend zur Seite… Dann streicht er wieder zärtlich über ihre Wange… Und schon bricht wieder ein lautes Argumentieren aus, mit Gesten und Zeichen und wieder und wieder wiederholten Sätzen… „Beh!“ Sie hat ja längst verstanden. Aber sie fährt trotzdem, morgen mit dem Autobus nach Follonica zu ihrer Schwester. Die ist 97. Sie ist 90. „Warum fährst du?“ – „Warum? Weil es die Familie ist.“ – „Aber die anderen kommen nie!“ – „Eh, beh!“ – Mit einer entschiedenen Bewegung ihrer runzligen kleinen Hand wischt sie das in der Luft hängende Argument weg. Ihm bleibt nichts anderes, als ihr nochmals den Zettel zu erklären: Die erste Telefonnummer: die der Nichte zuhause. Die zweite: seine. Die dritte: die von der Pizzeria, wo sie immer jemanden erreicht. – Wieder streicht er ihr über den Kopf, das heißt übers Kopftuch, das sie unterm Kinn zusammengebunden hat, Blumenmuster auf schwarzem Grund. – „Eh, basta! Basta!“, wehrt sie ihn ab, schlägt nach ihm, um ihn gleich wieder zärtlich anzuschauen. Und er, der selbst nicht mehr jung aber doch auf nicht zu schätzende Weise erheblich jünger ist als sie, versucht‘s noch mal, will sie mit dem Auto hinfahren, aber „basta! basta, ho detto! Mi fai arrabbiare“, zischt sie zwischen ihrem schlecht sitzenden Gebiss hervor, und er zerschlägt eine imaginäre Pizzaschachtel auf ihrem Kopf, und sie schnappt nach seinen Eiern. Drei Minuten Schweigen. Und dann von vorn. Sie hat doch schon das Biglietto für den Autobus, das könne man schließlich nicht verfallen lassen. „È vero?“ Entschlossen zieht sie ihr gehäkeltes Schultertuch fester um sich, schaut zur Seite. Immer, wenn er das Gespräch wieder aufnehmen will, schlägt er ein paar Mal mit der Hand auf ihre Schulter, damit sie ihn wieder ansieht, sonst versteht sie ja sowieso nichts, halb taub wie sie ist. „90 Jahre alt, und arbeitet den ganzen Tag, ich bin wie verrückt verliebt in sie,“ ruft er in meine Richtung als einzigem Gast in der Pizzeria an diesem Vorsaisonabend aus, „ich sehe sie jeden Morgen und jeden Abend, und jetzt will sie drei Tage alleine weg, sie wird mir so fürchterlich fehlen!“ Aber sie wird fahren, mit dem Autobus, stur wie ein alter Esel. „Ich fahre dich hin“, versucht er es noch einmal und zupft zärtlich ihre Tücher zurecht. Mà il biglietto…

Ich habe die beiden dann allein gelassen… Wahrscheinlich saßen sie dort bis zum Morgen… Und ich wünschte, sie säßen immer noch da, denn so viel Liebe habe ich nie wieder gesehen.

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Was uns Italien lehrt (unterwegs mit Camus)

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Was uns Italien lehrt (unterwegs mit Camus)

Ein Stück Toskana im Meer: Isola d'Elba, Blick auf die Bucht von Porto Azzurro. ©Foto: Anne-Kathrin Reif

Ein Stück Toskana im Meer: Isola d‘Elba, Blick auf die Bucht von Porto Azzurro. ©Foto: Anne-Kathrin Reif

„… Kann ich heute daran zweifeln, dass dieser Augenblick der Trauer dennoch ein Augenblick des Glücks gewesen ist?
Italien, das diese Lehre durch seine Menschen bekräftigt, bestätigt sie auch durch seine Landschaft. Aber nur zu leicht versäumt man das Glück, da es immer unverdient ist. Das gilt auch für Italien, dessen Zauber uns oft plötzlich, aber nicht immer unmittelbar berührt. Mehr als jedes andere Land fordert Italien dazu auf, eine Erfahrung, die es uns gleich beim ersten Mal in ihrer ganzen Fülle zu schenken scheint, zu wiederholen und zu vertiefen. Denn es verschwendet zunächst all seine Poesie, um desto sicherer seine Wahrheit für sich zu behalten.“¹

Camus schrieb dies als junger (und nicht sonderlich weitgereister) Mann, ein weiteres Zeugnis seiner bestechenden Beobachtungsgabe und Erlebnisfähigkeit. Mir hat sich dieser erste Eindruck, von diesem Land mit ungekannter, alles verändernder Fülle beschenkt zu werden, aus Kindertagen unvergesslich eingebrannt. Seither zieht es mich immer wieder hier her, auf der Suche, diese Erfahrung zu wiederholen und zu vertiefen. Wiederholungen gelingen selten im Leben, und um der unter den Urlaubsimpressionen verborgenen Wahrheit der Dinge näher zu kommen, braucht es mehr Geduld, Zeit und Einsamkeit, als zur Verfügung steht. Aber beschenkt fühle ich mich auch diesmal wieder auf‘s Neue.

 

¹Die Wüste, in: Hochzeit des Lichts, Literarische Essays, Deutsch von Guido G. Meister, Rowohlt-Verlag, Hamburg 1959, S. 110

 

 

 

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Außerhalb der Welt kein Heil – Camus liest aus „Noces“

Heute hören wir ihm einfach mal selbst zu…: Albert Camus liest die letzten Seiten aus seinem Essay Die Wüste, dem letzten Essay aus der Sammlung Noces¹. Anders als der Titel vermuten lässt, führt er uns nicht in Camus‘ algerische Heimat, sondern nach Florenz und in die Toskana – und weckt bei mir die Vorfreude auf meine nächste Reise. Italien musste einfach mal wieder sein – wie sagte Camus: „Es ist ein nach meiner Seele geschaffenes Land.“

Aber letztlich ist es vielleicht auch ganz gleich, welche Schönheit wo auch immer auf der Welt Camus vor Augen hatte, als er diesen Text schrieb, der gewiss zu seinen schönsten zählt – denn sein zentraler Satz, das Camus‘sche Credo schlechthin, gilt uneingeschränkt:

Le monde est beau, et hors de lui point de salut.“ 
Die Welt ist schön, und außer ihr ist kein Heil.“

P.S. Ich danke Claudie Mennini aus Lourmarin sehr herzlich für die Übermittlung dieses Fundstückes!

¹ deutsch: Hochzeit in Tipasa, in: Literarische Essays, Deutsch von Guido G. Meister, Rowohlt-Verlag, Hamburg 1959
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Vom Anfang aller Dinge – Das Zufallszitat zum Sonntag (4)

Es mal wieder dringend Zeit für ein „Zufallszitat“… Nicht, dass uns dieses schöne Spiel wieder abhanden kommt! Und schließlich ist dafür immer Zeit. Das Problem, das ich manchmal damit habe, ist nur: Den Finger vor dem Regal und schließlich über einer Buchseite kreisen zu lassen und hier ein Zitat einzustellen: Das braucht tatsächlich nicht viel Zeit. Aber die Gedankenketten, die der Fund zuweilen auslöst, die können schonmal einen Vormittag kosten… Manchmal ist es auch ein Fund, den ich meinen Blog-Lesern und -Leserinnen am Sonntagmorgen dann doch nicht zumuten will. Aber heute haben wir Glück gehabt! Voilà:

„Die Tochter des Töpfers Dibutades liebte einen jungen Mann und umriss mit einem Stilett den Schatten seines Profils auf der Mauer. Als ihr Vater diese Zeichnung sah, entdeckte er den Stil des griechischen Vasenschmucks. Die Liebe steht am Anfang aller Dinge.“

Ich wünsche allen Blog-Leserinnen und Camus-Freunden noch einen schönen Sonntag!

Zitat: Albert Camus, Tagebücher 1935-1951. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister.  Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1963, 1967, S. 84. Eintrag vom August 1939.
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