Caligula auf der Opernbühne am Nationaltheater in Weimar

Szene aus der Oper „Caligula“ von Detlev Glanert frei nach Albert Camus am DNT Weimar mit Oleksandr Pushniak (Caligula) und dem Opernchor des DNT. Foto: Candy Welz

Selbst für Kurzentschlossene dürfte diese Ankündigung zu spät kommen, denn die Premiere ist schon heute Abend… Aber es folgen ja noch weitere Aufführungen am Deutschen Nationaltheater in Weimar. Die Rede ist von Detlev Glanerts Oper Caligula nach dem Theaterstück von Albert Camus. Während seine Theaterstücke und auch dramatisierte Fassungen von literarischen Vorlagen wie Die Pest, Der Fremde oder Der Fall in den letzten Jahren sehr häufig gespielt wurden, ist Caligula das einzige Camus-Werk, das es auf die Opernbühne geschafft hat.

Die Oper von Detlev Glanert (Libretto: Hans-Ulrich Treichel) wurde 2006 uraufgeführt. Der Komponist blicke dabei „mithilfe der Musik direkt in das in Unwucht geratene Seelenleben Caligulas“, heißt es in der Ankündigung, und weiter: „Hierbei funktioniert das Orchester selbst als ,musikgewordener Körper‘ durch den wir in Caligulas Innenwelt blicken und auch die anderen Protagonist*innen durch seine Augen und Ohren wahrnehmen.“

In der Titelpartie ist Oleksandr Pushniak zu erleben. Gemeinsam mit ihm singen und spielen Jelena Kordić (Caesonia), Gerben van der Werf (Helicon), Avtandil Kaspeli (Cherea), Joanna Jaworowska (Scipio), Alexander Günther (Mucius), Uwe Schenker-Primus (Mereia), Daniel Nicholson (Lepidus), Ylva Stenberg (Livia) und der Opernchor des DNT Weimar. Es spielt die Staatskapelle Weimar. Regie führt Dirk Schmeding, der seine Theaterlaufbahn als Regieassistent am DNT begonnen hat und nun als international gefragter Regisseur nach Weimar zurückkehrt. Die Musikalische Leitung hat Andreas Wolf. Bühne: Martina Segna, Kostüme: Frank Lichtenberg, Video: who-be.

Termine:
Deutsches Nationaltheater Weimar (Großes Haus): 12.2.2022 (Premiere ). Weitere Vorstellungen: 25. Februar, 6. und 26. März, 14. und 28. April sowie am 6. Juni 2022.  Im Anschluss an die Vorstellung am 25. Februar besteht beim „Nach(t)gespräch“ die Gelegenheit, mit Mitgliedern des Teams und Beteiligten der Inszenierung ins Gespräch zu kommen. Karten hier.

Szenenfoto mit Gerben van der Werf (Helicon) und Ylva Stenberg (Livia). Foto: Candy Welz
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2 Antworten zu Caligula auf der Opernbühne am Nationaltheater in Weimar

  1. Gerhard Heise sagt:

    Erneut eine endlose Geschichte, deren
    anhaltende Wiederholung uns doch mehr als nachdenklich stimmen sollte.
    Wie kann es sein das derartige Aufführungen doch zugleich in einem mehr als mentalen Gefangenendillemma fest anketten? Ja richtig die ohnehin undefinierte Kultur wird zum Betriebsmodell mit eigenen Anteilseignern. Die Regieme der alltäglichen Niedertracht unter den normalen Kreaturen bleiben indess uns allen erhalten. Was wäre wohl wenn wir alle solche Utopisten wie Albert Camus wären. Wäre dann unser all zu menschliches Theater vlrbei, oder gilt es jenes auf Teufel komm heraus sogar „künstlich“ aufrecht zu erhalten? Wo kämen dann die Inhaltsstoffe für Brot und Spiele her ja wie käme dann das ach so liebe Geld in die Kasse Herr Camus?

    • Anne-Kathrin Reif sagt:

      Lieber Herr Heise, ich freue mich über jeden Kommentar hier im Blog, auch wenn ich ihn nicht verstehe – zeigt er doch die Anteilnahme der Leserinnen und Leser. Dass ich bei Ihren Einlassungen wiederholt ins Rätseln komme, muss an mir liegen. Also herzlichen Dank und Ihnen noch einen schönen Tag!

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