Programmhinweis: Zwei Mal Camus im Film in Aachen

Die Bühnen begeben sich nun allmählich in die Sommerpause, weshalb diese Rubrik momentan naturgemäß leer bleibt. Ersatz bietet aber das Lichtspieltheater, heute besser bekannt als Kino: Wie bereits angekündigt läuft ab den 9. Juli bundesweit David Oelhoffens Film Den Menschen so fern (Loin des Hommes) nach Camus‘ Erzählung Der Gast an. Wer Lust hat, sich den Film mit anderen Camus-Freundinnen und -Freunden anzuschauen: Das Aachener Apollo-Kino zeigt ihn in Kooperation mit der Deutschen Albert-Camus-Gesellschaft am Mittwoch, 15. Juli, um 20.15 Uhr in der Reihe „Kino im Dialog“, was bedeutet, dass es anschließend noch die Gelegenheit zum Gespräch gibt.

„Ich habe vielleicht nicht genug Brot, um meinen Leib zu nähren, aber ich habe Camus‘ Werke, um meinen Geist zu nähren.“

Parfaite Mbar, Studentin aus Kamerun und Gründerin der „Gemeinschaft der von Camus Bewegten“ in Albert Camus: Lektüre fürs Leben.
Mit Regisseur Joel Calmettes bei der Filmpremiere in Aix. ©Foto: Bernhard Mahasela

Mit Regisseur Joel Calmettes (und Camus) bei der Filmpremiere in Aix. ©Foto: Bernhard Mahasela

Die Deutsche Albert-Camus-Gesellschaft hat aber noch mehr Film im Angebot, und zwar schon am morgigen Dienstag: Im Rahmen der dort regelmäßig stattfindenden Gesprächskreise wird im Institut Logoi, Jakobstraße 25a, in Aachen um 20 Uhr (in deutscher Fassung) der Dokumentarfilm Albert Camus: Lektüre fürs Leben (Vivre avec Camus) gezeigt, den Joël Calmettes für Arte.TV zum Camus-Jahr 2013 gedreht hat. Der Film zeichnet ein Bild von Camus im Spiegel seiner Leserinnen und Leser. Portraitiert werden Menschen rund um den Globus, die über ihre ganz persönliche Beziehung zu Albert Camus sprechen – darunter bekannte Menschen wie der Friedensaktivist Rupert Neudeck oder Pop-Ikone Patti Smith, genauso wie ganz „gewöhnliche“ wie zum Beispiel ein kanadischer Parkettleger, ein algerischer Konditor oder eine deutsche Camus-Bloggerin :-). Und manche Lebensgeschichten sind so außergewöhnlich wie die von Robert Keine, der in den USA zu unrecht zum Tode verurteilt wurde und in seiner Todeszelle Camus‘ Roman Der Fremde zugesteckt bekommt. Von Camus inspiriert, wird er nach seiner Rehabilitierung  zum glühenden Kämpfer gegen die Todesstrafe in den Vereinigten Staaten. Angesichts solcher Geschichten beschämt es mich immer noch ein wenig, in diesem Film mit dabei zu sein. Eine sehr schöne Erfahrung war es aber doch, und so freue ich mich, dass die Aachener Camus-Gesellschaft noch einmal für eine Gelegenheit sorgt, diesen sehr schönen Film sehen zu können. Ausführlich dazu geschrieben habe ich bereits schon einmal hier: „Lektüre fürs Leben“ (oder wie Camus leben hilft).

Termine:
Lektüre fürs Leben (Vivre avec Camus), Dienstag, 7. Juli, 20 Uhr, Institut Logoi, Jakobstraße 25a, in Aachen. Eintritt frei.
Den Menschen so fern (Loin des Hommes), Mittwoch, 15. Juli, 20.15 Uhr, Apollo-Kino, Pontstraße 141-149, in Aachen.

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