Willkommen 2019 – Bienvenue et bonne année à tous!

Schon nimmt das neue Jahr Fahrt auf, und bevor es zu spät ist, möchte ich allen Blog-Leserinnen und Camus-Freunden noch ein herzliches bonne année zurufen. Schön, dass Sie wieder dabei sind! Schon traditionsgemäß im sechsten Jahr von 365tage-camus.de (wer hätte das gedacht!) werfe ich zu Beginn einen Blick darauf, wie es mit Camus auf den deutschsprachigen Bühnen in 2019 weitergeht – und damit bin ich leider schon ein bisschen zu spät dran.

„Der erste Mensch“ mit Joachim Król und dem Orchestre du Soleil

Der Schauspieler Joachim Król ist mit Camus‘ „Der erste Mensch“ auf Tournee. Foto: Stefan Nimmesgern

Denn wie in 2018 ist Joachim Król bereits im Januar wieder mit seinem Programm zu Der erste Mensch unterwegs, das sich offenbar großen Zuspruchs erfreut, der erste Termin am Altonaer Theater in Hamburg war bereits gestern, und heute Abend geht es schon weiter. Der beliebte Schauspieler präsentiert Teile von Camus‘ autobiografischem Roman als szenische Lesung in Verbindung mit sehr schöner, atmosphärischer Musik des Orchestre du Soleil. Ich habe das Programm 2018 im Düsseldorfer Schumann-Saal gesehen und war nicht restlos überzeugt, aber das muss ja nichts heißen. Meine Kritik kann man im Blog nachlesen: Der mit den Worten tanzt – Joachim Król auf Tour mit Camus

Die aktuellen Termine 2019 sind:
* 9. Januar, 19.30 Uhr, Düsseldorf, Schauspielhaus, Gustaf-Gründgens-Platz (www.dhaus.de)
* 11. Januar, Bochum, Schauspielhaus
* 12. Januar, 19.30 Uhr, Theater Trier (Großes Haus) (www.theater-trier.de)
* 15. Januar, 19.30 Uhr, Stadttheater Olten (CH). Karten unter stadttheater-olten.ch
* 16., 21. und 22. Januar, 20.15 Uhr, Stuttgart, Theaterhaus T1 (www.theaterhaus.com)
* 17. Januar, Köln, Schauspielhaus
* 18. Januar, 20 Uhr, Schortens, Bürgerhaus, Weserstr. 1 (buergerhaus-schortens.de)
* 20. Januar, Fürth, Stadttheater
* 25. Januar, Fellbach, Schwabenlandhalle
* 26. Januar, Düren, Theater Düren
* 27. Januar, 20.30 Uhr, Oldenburg, Staatstheater (www.staatstheater.de)
* 28., 29. 30. Januar, Hamburg, Altonaer Theater
* 31. Januar, Kiel, Theater Kiel
* 1. Februar, 20 Uhr, Hannover, Schauspielhaus (www.schauspielhannover.de)
* 2. Februar, 20 Uhr, Helmstedt, Brunnentheater (www.brunnentheater.de)
* 5. Februar, Berlin, Renaissance-Theater
* 6. Februar, Dresden, Staatsschauspiel
* 7. Februar, Leipzig, Schauspiel Leipzig
* 8. Februar, Göttingen, Deutsches Theater (www.dt-goettingen.de)
* 9. Februar, 19.30 Uhr, Wuppertal, Opernhaus, Kurt-Drees-Str. 4 (Tickets über www.adticket.de)
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit!

„Caligula“ in Düsseldorf, Berlin, Münster und Lübeck

Caligula (André Kaczmarczyk) und Caesonia (Yohanna Schwertfeger) auf der Luftmatratzenspielwiese in Düsseldorf. Foto: Sandra Then

„Spät dran“ bin ich auch insofern, als heute Abend, 9. Januar, bereits der erste Termin des Düsseldorfer Caligula mit André Kaczmarczyk in der Titelrolle ansteht, der im März 2018 Premiere hatte. Meine nicht eben euphorische Kritik kann man ebenfalls hier nachlesen (Viel Wahn und wenig Sinn – Camus‘ Caligula am Düsseldorfer Schauspiel). Weitere Gelegenheiten, sich ein eigenes Bild zu machen, gibt es am 16. Januar sowie am 14. Februar. Gespielt wird im Central, Worringer Str. 140 (Große Bühne). Infos und Karten: www.dhaus.de
Etwas länger hin ist es noch bis zur ersten Vorstellung des Caligula am Berliner Ensemble (BE) in der Regie von Antú Romero Nunes, der dort seit September 2017 zu sehen ist. Zu gerne hätte ich jetzt in Abgrenzung zu meinem „Verriss“ der Düsseldorfer Inszenierung auf eine euphorische Besprechung im Blog verwiesen, denn die Berliner Version mit der phantastischen Constanze Becker in der Titelrolle hat mich weitaus mehr überzeugt – allein, ich schrieb sie nicht nieder, Asche auf mein Haupt. Nächste Vorstellung: 13. Februar, 19.30 Uhr.
Leider gar nichts aus eigener Anschauung sagen kann ich dagegen zum Caligula in der Inszenierung von Alexander Nerlich am Theater Münster (Kleines Haus). Premiere dort war im September 2018; aktuelle Vorstellungen sind am 17. Januar und 9. Februar 2019.
Auch einen „neuen“ Caligula wird es in Kürze geben, nämlich am Theater Lübeck (Inszenierung und Bühne: Mirja Biel): Premiere ist am 1. Februar 2019 in den Kammerspielen, die nächsten Termine am 8. und 21. Februar.

„Das Missverständnis“ in Berlin, Stuttgart und Bern

Manuel Harder als Jan in „Das Missverständnis“ am Deutschen Theater Berlin. ©Foto: Arno Declair

Seit dem 3. Dezember 2017 läuft Das Missverständnis am Deutschen Theater Berlin  in der Regie von Jürgen Kruse, das auch 2019 noch auf dem Programm steht. Nächster Termin ist am 20. Januar, 18 Uhr (mit englischen Übertiteln). Einige Premierenstimmen dazu aus der Presse hatte ich bereit vor Zeiten zusammengestellt.

Auch das Zimmertheater Stuttgart, ein ambitioniertes Amateurtheater hat sich an Camus‘ düsterstes Stück gewagt und bringt es am 18. Januar 2019 zur Premiere (Regie: Alexander Wenz). Weitere Vorstellungen: 19., 25., 26. und 27. Januar sowie am 1., 2., 3., 8. und 9. Februar.

Eine Premiere von Das Missverständnis im Dezember 2018 hatte ich bislang übersehen, und zwar am Konzerttheater Bern (CH) in der Regie von Claudia Meyer. Nächste Termine: 9. und 20. Januar, 28. Februar, 20. März, 5. und 12. April, 1. Mai.

„Der Fremde“ in Berlin

Eine Bühne aus Spiegellungen und Projektionsflächen bei „Der Fremde“ an der Berliner Schaubühne. Foto: Thomas Maurin

Berlin zum dritten: Die Schaubühne am Lehniner Platz führt Camus ebenfalls weiter im Spielplan, dort läuft seit November 2016 eine dramatisierte Fassung von Der Fremde (Regie: Philipp Preuss). Gespielt wird am 23. und 24. Februar 2019.

„Die Gerechten“ in Berlin und Greifswald

Jonas Dassler, Lea Draeger in „Die Gerechten“ am Gorki-Theater Berlin. ©Foto: Ute Langkafel

Die Gerechten, im vergangenen Jahr bei etlichen Häusern auf den Spielplänen, habe ich aktuell nur noch bei zwei Häusern entdeckt, nämlich am Berliner Gorki Theater (Berlin zum vierten), wo die Inszenierung von Sebastian Baumgarten wieder am 16. Januar und am 24. Februar gespielt wird, sowie beim Theater Vorpommern in Greifswald, wo das Stück in der Regie von Reinhard Göber am 19. Januar wieder auf dem Spielplan steht.

„Der Fall/La Chute“ in Bonn

Das Euro Theater Central in Bonn zeigt „Der Fall“ von Albert Camus in Koproduktion mit der Tanzkompanie bo komplex. ©Foto: Lilian Szokody

Ein superschlechtes Gewissen habe ich, was die Inszenierung von Der Fall als Tanztheater beim Euro Theater Central in Bonn angeht: Ich hatte bereits im vergangenen Oktober die Gelegenheit, die in Kooperation mit der Tanzkompanie bo komplex produzierte Bühnenversion von Camus‘ Roman zu sehen, konnte dann aber keine Zeit für eine eingehende Besprechung freischaufeln. So kann ich momentan nur empfehlen, das Zwei-Personen-Stück für einen Schauspieler und einen Tänzer, in dem der „Bußrichter“ Jean-Baptiste Clamence quasi in doppelter Ausführung auftritt, selbst anzuschauen. Nächste Gelegenheiten: am 25. Januar, 20 Uhr, in französischer Sprache (auch wieder am 27. Februar), und am 26. Januar, 20 Uhr, in deutscher Sprache.

Camus zum Jahresanfang 2019 an elf deutschsprachigen Bühnen, falls ich nicht schon wieder etwas übersehen habe, davon vier allein in der Hauptstadt, dazu die umfangreiche Król-Tournee – das Interesse an unserem Freund scheint ungebrochen. Sicher wird er uns auch in 2019 nicht nur an den Theatern sondern auch noch an manch‘ anderen Stellen begegnen. Und so können wir denn erwartungsfroh einem weiteren anregenden, inspirierenden Camus-Jahr 2019 entgegen sehen. Ich freue mich, wenn Sie mich weiterhin hier im Blog dabei begleiten! In diesem Sinne: à bientôt!

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