Rupert Neudeck zu Gast bei der Camus-Gesellschaft in Aachen

Friedensaktivist Rupert Neudeck bei einem Einsatz im Krisengebiet. ©Foto: privat

Friedensaktivist Rupert Neudeck bei einem Einsatz im Krisengebiet. ©Foto: privat

Wann immer es um unverdrossenes, unbeugsames humanitäres Engagement im Geiste von Albert Camus und seines Dr. Rieux geht, dann gilt hierzulande ein Mann als Kronzeuge vor allen anderen: Rupert Neudeck. Der Gründer der Flüchtlingshilfe Cap Anamur und der Grünhelme hat sich stets ausdrücklich auf Camus bezogen: Früher habe er all jenen, die in seiner Organisation mitarbeiten wollten, Camus‘ Die Pest in die Hand gedrückt, erzählt er gern: Mehr brauche man über humanitäre Arbeit nicht zu wissen. In seinem jüngsten Buch Radikal leben widmet er Camus ein ganzes Kapitel. Mit fast 76 Jahren ist Rupert Neudeck auch heute noch unentwegt in den Krisengebieten dieser Welt unterwegs – in jüngster Zeit vor allem in Syrien und im Irak. Bei der phil.cologne 2013 hatte ich die Ehre, gemeinsam mit Rupert Neudeck und anderen bei der Camus-Revue auf dem Podium zu sitzen; als Zuhörerin erlebte ich ihn im vergangenen Jahr bei einer Podiumsrunde zum Thema Bollwerk Europa gegen Afrikas Flüchtlinge in Wuppertal– und war einmal mehr beeindruckt von seiner Energie, seinem radikalen Engagement und (oder vielleicht auch vor allem) von der Fröhlichkeit, die dieser drahtige, vitale Mann ausstrahlt. Kurzum: Wenn man die Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung mit Rupert Neudeck hat, dann sollte man sich diese nicht entgehen lassen.

Die Gelegenheit bietet sich am 1. Februar, wenn Rupert Neudeck auf Einladung der Deutschen Albert-Camus-Gesellschaft nach Aachen kommt. Unter dem Titel „Damoklesschwert über dem Mittelmeer“ geht es um die Möglichkeiten eines „offenen Europas“.

Dazu sagt Sebastian Ybbs, Vorsitzender der Albert Camus-Gesellschaft:

„Als wir vor gut einem halben Jahr das Konzept für unser Gespräch mit Rupert Neudeck entwickelt haben, bei dem wir über Möglichkeiten eines offenen Europas sprechen wollen, sind wir von einer Problematik ausgegangen, die uns zeitübergreifend beschäftigen wird. Wir hatten nicht geahnt, dass dieses Thema gerade jetzt diese Brisanz in der öffentlichen Diskussion erlangt. Bei unserer Veranstaltung geht es nun also nicht mehr nur um Aufklärung, geistige Debatten und nüchterne Visionen, sondern auch darum, was wir fremdenfeindlichen Agitationen und angstgeleiteten Ansichten entgegenstellen können. Unsere wichtigste Herausforderung wird aber sein, dass wir mehr leisten, als uns nur den Erklärungen anzuschließen, die angesichts der Anschläge von Paris derzeit durch die Medien kreisen. Die Frage, wie wir ein offenes Europa definieren, ist nicht alleine am aktuellen Zeitgeschehen zu bemessen.”

Neudecks Erlebnisse bei der Aufbauarbeit in Krisengebieten, in der sich Christen und Muslime auf Augenhöhe begegnen und seine Erfahrungen mit politischen Verwicklungen, in die er immer wieder hineingerät, sollen Grundlage des Gespräches sein und zu den Fragen, was wir als Gesellschaft und ganz privat tun können, hinführen. Sebastian Ybbs wird dieses Gespräch führen und anschließen das Publikum zur Diskussion über Visionen für einen europäischen Geist, der fremde Einflüsse nicht als Bedrohung, sondern als Chance annimmt, anregen.

Eine Veranstaltung der Albert-Camus-Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der evangelische Stadtakademie Aachen und dem philosophischen Institut LOGOI.

Termin:
Sonntag, 1.Februar 2015, 18 Uhr. Ort: Haus der evangelischen Kirche, Frère-Roger-Straße 8-10, Aachen. Eintritt 5 Euro, Vorverkauf: LOGOI, Jakobstraße 25a, Haus der evangelischen Kirche, Frère-Roger-Straße 8-10, Aachen.

 

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