Die März-Vorschau: Camus‘ Glück und Hoffnung in Aachen – und in Chemnitz wütet Caligula im Altenheim

plakat 0304Jetzt hat der Februar schon einen Tag mehr als sonst, aber er ist trotzdem ratzfatz um. Für die März-Ankündigung will ich diesmal den Vorträgen den Vortritt vor den Theaterprogrammen lassen, denn die Deutsche Albert Camus Gesellschaft in Aachen hat in diesem Monat gleich zwei prominente Camus-Kenner zu Gast. Den Auftakt macht am 4. März der Doyen der deutschen Camus-Forschung, Prof. Dr. Dr. Heinz Robert Schlette, der Blog-Lesern hier ja schon häufiger begegnet ist. Sebastian Ybbs, Vorsitzender der Gesellschaft, wird mit ihm unter dem Titel „Camus‘ Hoffnung“ ein Gespräch über dessen Denken führen (Beginn: 19 Uhr). Mehr über Heinz Robert Schlette und eine Liste seiner Camus-Veröffentlichungen findet man im Blog.

Des Weiteren freue ich mich, für den 15. März Prof. Rudolf Lüthe ankündigen zu können, mit dem ich 2013 das Podium bei der großen Camus-Revue der Phil.Cologne teilen durfte. Gerne erinnere ich mich noch an die Überraschung, als Moderator Jürgen Wiebicke uns mitten in der Live-Sendung aufforderte, spontan die Rollen von Sartre und Camus einzunehmen und einen kleinen Disput auszufechten. Nach dem ersten Schreck war es ein ziemlicher Spaß. Klar, dass ich auf keinen Fall Sartre sein wollte. Am 15. März spricht
Rudolf Lüthe zum Thema „Sinnloses Glück – Zum Lebenskonzept des Moralisten Albert Camus“ (Beginn: 20 Uhr). Beide Vorträge finden im Institut Logoi, Jakobstraße 25a, in Aachen statt.

Was die Theater angeht, so ist im März wieder eine Premiere anzukündigen: Das Theater in Chemnitz bringt am 5. März Caligula heraus. „Der polnische Regisseur Robert Czechowski, Intendant des von der Theaterkritik hochgelobten Lubuski Teatr w Zielonej Górze, inszeniert mit Camus‘ Caligula einen Text, der wegen seiner Sinnlichkeit, seiner Irrwitzigkeit sowie der Reflexion absurder Philosophie inspiriert und provoziert“, schreibt das Theater dazu. Möglich, dass auch die Inszenierung provoziert, denn Regisseur Robert Czechowski geht recht frei mit der Vorlage um und verlegt den Handlungsort in ein luxuriöses Altenheim. „Dessen Insassen, 150-jährige Greise, werden mit der neuesten medizinischen Technologie am Leben erhalten“, erklärt der Pressetext. „Obwohl die Alten nutzlos und parasitär geworden sind, umgibt sie immer noch der Hauch der Macht, die sie einst besessen haben und die sie gegen ihre Untergebenen immer noch wie Parasiten ausnutzen. Die Alten werden von Pflegern betreut, die ihnen alle – auch die ausgefallensten oder perversesten – Wünsche erfüllen. Caligula revoltiert gegen diese offensichtlich überlebte und ekelerregende Welt, gegen das kleinbürgerliche Gehabe und das Festhalten an den Pfründen. Ist das Leben und Lebendigkeit? Sieht so menschliche Freiheit aus? Caligula will das Außergewöhnliche, er will seine Freiheit nutzen und ein Leben verstehen, das so viel Unglück für die meisten bereithält. Aber dem allmächtigen Kaiser ist nicht zu trauen. Seine Provokation schlägt in Willkür um. Allein, er regt zum Nachdenken an, wie es sein Gegenspieler, der kluge Cherea, formuliert. Und zur Revolte.“

Premiere: 5. März, 20 Uhr, im Schauspielhaus Chemnitz (große Bühne). Weitere Vorstellungen: 11., 19., 24. März, 6. April.

Des Weiteren steht schon Bekanntes wieder auf den Spielplänen im März:
Nikolaus Habjans Inszenierung von Das Missverständnis mit Figuren am Volkstheater Wien wieder am 19. März
Der Fremde beim Euro Theater Central in Bonn am 7. und 8. März, und
Die Gerechten beim Euro Theater Central in Bonn am 14. und 15. März.

Wie immer ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit!

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Ein Kommentar zu Die März-Vorschau: Camus‘ Glück und Hoffnung in Aachen – und in Chemnitz wütet Caligula im Altenheim

  1. claudie menini sagt:

    Quelle chance à vous tous de pouvoir écouter la communication du Professeur Schlette le 4 mars 2016!
    Merci Ann-Kathrin pour ces riches informations.
    Bises lourmarinoises.

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