Von Bürostunden und der geduldigen Suche nach dem Glück

„Der Anspruch auf Glück und die geduldige Suche danach. Es besteht keine Notwendigkeit, eine Schwermut zu verdrängen, wohl aber diesen Hang zum Schwierigen und Unseligen in uns zu zerstören. Mit seinen Freunden glücklich sein, mit der Welt in Einklang, und sein Glück erlangen, indem man einem Weg folgt, der allerdings zum Tode führt. «Sie werden vor dem Tode zittern.» «Sicher, aber ich werde nichts von dem versäumt haben, was meine Sendung ausmacht, nämlich zu leben.» Zu Konvention und Bürostunden nicht Ja sagen. Nicht verzichten. Nie verzichten – immer höhere Ansprüche stellen. Aber den klaren Blick bewahren, sogar während dieser Bürostunden. Nach der Blöße trachten, in die die Welt uns zurückstürzt, sobald wir ihr allein gegenüberstehen. Aber vor allem nicht scheinen wollen, um zu sein.«“ (1)

Heute kehre ich zu meinem Leben mit Bürostunden zurück. Und doch, ich sage anders als Camus durchaus wieder gerne Ja dazu. Den Rest unterschreibe ich dafür mit umso größerer Überzeugung!

 

(1) Albert Camus, Tagebücher 1935-1951. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister. Copyright © 1963,1967 Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, S. 47f.
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