Vom hoffnungslosen Laster der Unwissenheit

„Das Böse in der Welt geht fast immer von Unwissenheit aus, und der gute Wille kann ebensoviel Schaden anrichten wie die Bosheit, wenn er nicht aufgeklärt ist. Die Menschen sind eher gut als böse, und eigentlich geht es gar nicht um diese Frage. Aber sie sind mehr oder weniger unwissend, und das nennt man dann Tugend oder Laster, wobei das hoffnungsloseste Laster das der Unwissenheit ist, die alles zu wissen vermeint und sich deshalb das Recht nimmt zu töten.“ (1)

(1) Albert Camus, Die Pest. Deutsch von Uli Aumüller. Rowohlt-Verlag, Reinbek b. Hamburg 1997, S. 150.

 

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2 Kommentare zu Vom hoffnungslosen Laster der Unwissenheit

  1. Toni, fast schon ein Freund sagt:

    Am besten, wenn man nur einen hört und auf des Meisters Worte schwört.
    Darum war meine Beschäftigung mit Heidegger für mich so erlösend,
    weil er das grundsätzlich zu denkende versucht, in Worte zu fassen.
    Wie man weiß, hätte ihm eine Philosophiestuhl für ganz Deutschland genügt.
    Irgendwie glaube ich das auch.
    Camus`Satz, wer Philosophie betreiben will, soll Romane schreiben, ist sicherlich auch richtig, aber eben nur auch.
    Mir geht es wie Ihnen. Am liebsten lese ich das von mir Auserwählte (der Zufall entscheidet meist darüber) öfter, am liebsten das eigene.
    Bis gestern, ob ich 365 Tage durchhalte?
    Zorro

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