Rekordverdächtig: Camus auf zwölf deutschsprachigen Bühnen im April

„Die Gerechten“ am Staatstheater Hannover. Von links: Lisa Natalie Arnold, Beatrice Frey, Wolf List und Jonas Steglich. ©Foto: Karl-Bernd Karwasz

Camus-Neuigkeiten auf den Bühnen im April? Nun, da wäre zunächst die schon einmal kurz angekündigte Wiederaufnahme von Die Pest des fringe ensemble in Bonn. Vier Mal ist das Ein-Personen-Stück, bei der Andreas Meidinger in sämtliche Rollen schlüpft, Anfang April im Bonner theater im ballsaal zu sehen. Ein Besuch lohnt sich, wie ich im Januar 2016 beim Festival Vive Camus! feststellen konnte. Nachzulesen hier im Blog: Oran liegt in Bonn-Endenich. Vorstellungen sind am 4., 6., 7. und 8. April, 20 Uhr. Karten kosten 14 Euro (ermäßigt 9 Euro) und sind zu bestellen unter Telefon 0229/ 797901.

In Dresden bringt das Societätstheater eine Bühnenadaption von Der Fremde in einer Neuinszenierung von Arne Retzlaff heraus (und greift dafür auf die Fassung des Baseler Theaters von 2008) zurück. In dieser Saison gibt es nurmehr zwei Vorstellungen: Premiere am Samstag, 22. April, danach noch einmal am 23. April, 20 Uhr. Karteninfo hier.

Und weil mir trotz regelmäßigen Fischens im Netz immer noch was durchschlüpft, hier noch zwei Nachträge zum März: Als Schweizer Erstaufführung hat das Theater am Neumarkt in Zürich eine Bühnenadaption des Romans von Kamel Daoud Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung herausgebracht (Regie und Ausstattung: Ruud Gielens). Premiere war am 8. März, die nächsten Vorstellungen sind am 11. und 17. April.

Und im bayrischen Rosenheim spielt das  TAM OST Das Missverständnis (Regie: Stefan Vincent Schmidt). Beim TAM OST handelt es sich um ein offenbar sehr engagiertes Amateurtheater, welches vom gemeinnützigen Verein „TAM-OST Theater am Markt e.V.“ betrieben und bespielt wird. Voll des Lobes ist die Kritik in OVB online. Unter dem Titel Gott ist unendlich fern heißt es dort: „Aus der Absurdität des Zufalls entsteht in diesem Stück eine höhnische Groteske, die Vincent Schmidt großartig inszeniert hat. Er hat ein Glanzstück im Repertoire des TAM-Ost geschaffen, das Zeichen setzt.“ Die nächsten Vorstellungen: 1., 2., 7., 8., 9. April.

 

Weiterhin im Spielplan:

Das Missverständnis in der Inszenierung mit SchauspielerInnen & Puppen von Nikolaus Habjan am  Volkstheater Wien: 2. April.

Die Gerechten am Staatsschauspiel Hannover (Regie Alexander Eisenach): 11. und 21. April.

Die Gerechten beim Oldenburgisches Staatstheater (Regie: Peter Hailer): 4., 9., 25. April.

Die Gerechten am Theaterhaus Jena (Inszenierung: Pauline Beaulieu): 3. und 4. April

Die Gerechten beim Euro-Theater Central, Bonn (Regie: Jan Steinbach) am 28. April (mehr Infos). Im Blog

Ebenfalls beim Euro Theater Central, Bonn Der Fremde (Regie: Jan Steinbach) am 1. und 18. April (mehr Infos).

Der Fremde an der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin (Regie: Philipp Preuss) am 13. und 14. April.

Die Bühnenadaption des Romans von Kamel Daoud Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung bei den Münchner Kammerspielen (Regie: Amir Reza Koohestani) am  13. und 17. April.

Und zum letzten Mal der Caligula am Theater Basel (Inszenierung: Antonio Latella): Dernière am 18. April (Trailer auf der Theaterseite).

Ich fasse mal kurz zusammen: Im April 2017 spielen zwölf deutschsprachige Bühnen Stücke von Camus bzw. Adaptionen seiner Romane (den von Kamel Daoud dazugerechnet). Ich hab‘ jetzt nicht nachgezählt, aber es scheint mir, als sei das noch um einiges mehr als gar im Camus-Geburtstagsjahr 2013 in einem einzigen Monat. Fragen nach der Aktualität von Camus dürften sich damit erübrigen…

Leider noch nicht wirklich wiederentdeckt wurde hierzulande das Stück Der Belagerungszustand, das gerade im Pariser Théâtre de la Ville zu sehen war. 2011 stand es bei den Kammerspielen München auf dem Spielplan, seither ist es mir  nicht wieder begegnet. Also, liebe Theaterleute, falls Ihr hier mitlest: Da geht noch was!

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