„Philosophie als Lebensgefühl“ – Camus im Radio (und in der Deutschen Bahn)

16. Dezember, ICE Berlin – Wuppertal. Was für ein wunderbarer Zufall, der mich jetzt veranlasst, meine kleine Reiseerzählung vom Wochenende in Berlin von hinten anzufangen. Dass dieses Wochenende, bei dem Camus wieder einmal eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hatte, nun auch noch in so überaus anregendem Gespräch über Camus zu Ende gehen würde und eine sich ziemlich öde vor mir ausdehnende Bahnfahrt auf außerordentlich bereichernde Weise wie im Flug vergehen würde, war nun wirklich nicht abzusehen. Im Zug, im selben Wagon gar treffe ich auf Prof. Dr. Dr. Heinz Robert Schlette und Dr. Ruth Schlette, und bei Bundesbahngrauburgunder im Speisewagen erweist sich das gemeinsame Thema wieder einmal als geradezu unerschöpflich. Ob es die Bewertung der Neuerscheinungen des Camus-Jahres von Iris Radisch über Martin Meyer bis zu Lou Marin ist, der soeben auf deutsch erschienene Briefwechsel von Camus und Jean Grenier, die Themen der vergangenen und kommenden Rencontres in Lourmarin oder die aktuelle Camus-Ausstellung in Aix und noch manches mehr – mit solchen außerordentlichen Camus-Kennern hat auch eine noch so umangestrengte Plauderei soviel Substanz, dass man am liebsten mitschreiben würde, wenn Prof. Schlette dieses und jenes kritisch seziert, anderes wohlwollend gelten lässt und wieder anderes entschieden vom Tisch wischt. Eine große Freude, für die ich mich hiermit herzlich bedanke.

Aber auch wenn mir „König Zufall“ diese glückliche Gelegenheit beschert hat, so ist man zum Glück darauf nicht angewiesen, sondern braucht nur das Radio einzuschalten, um an der unerschöpflichen Camus-Kenntnis von Heinz Robert Schlette teilhaben zu können – und vielleicht hätte ich von dieser kleinen privaten Begegnung auch gar nicht erzählt, wenn ich nicht genau das schon längst hatte anzeigen wollen:

Am Mittwoch, 18. Dezember, wird von 20.10 bis 20.30 Uhr im Deutschlandfunk in der Reihe Aus Religion und Gesellschaft ein Beitrag von Manuel Gogos mit Prof. Dr. Dr. Heinz Robert Schlette als Gesprächspartner ausgestrahlt. Er trägt den viel versprechenden Titel „Mein Reich ist nur von dieser Welt. Albert Camus und die Philosophie als Lebensgefühl„. Es wird viel um den mittelmeerischen, den „griechischen“ Camus gehen, und man darf ganz gewiss gespannt sein.

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2 Kommentare zu „Philosophie als Lebensgefühl“ – Camus im Radio (und in der Deutschen Bahn)

  1. Anne-Kathrin Reif sagt:

    Liebe Sema, ich empfehle die Literarischen Essays zum Einstieg: Sie vermitteln viel von dem „mittelmeerischen“ Camus, der auch in dem Radiobeitrag schön herauskam. Im Arche-Verlag sind sie im August 2013 in neuer Ausgabe unter dem Titel „Hochzeit des Lichts“ herausgekommen. Ich wünsche viel Freude beim Entdecken von Camus! Herzliche Grüße, Anne-Kathrin

  2. Fräulein Gauseke sagt:

    Habe grade den Beitrag im Deutschlandfunk gehört, der mir sehr gefallen hat. Ich hatte den Namen Albert Camus vorher noch nie gehört, geschweige denn, etwas von ihm gelesen… was ich gerne ändern würde. Aber womit fängt man an? o_O
    Könntest Du mir einen Tipp geben?

    Mit suchenden Grüßen,
    Sema

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