Neu: „Deutsche Camus-Gesellschaft“ in der Gründungsphase

Heute kann ich eine erfreuliche Neuigkeit verkünden: Am Samstag, 11. Januar 2014, hat in Aachen das erste Treffen zur Gründung einer Deutschen Camus-Gesellschaft stattgefunden. Freundlicher Weise war ich auch eingeladen, konnte aber leider nicht dabei sein. Aber „jetzt, da der Startschuss gegeben ist, können Sie gerne auf die sich gründende Gesellschaft hinweisen“, schreibt mir Sebastian Ybbs, einer der beiden Initiatoren. Selbstverständlich bin ich neugierig auf die Hintergründe und habe ihn dazu befragt.

Herr Ybbs, wie entstand die Idee zur Gründung einer Deutschen Camus-Gesellschaft?

Sebastian Ybbs: Die Idee entstand, nachdem Dr. Jürgen Kippenhan gemeinsam mit mir am 10. November 2013 einen „Philosophischen Salon“ zum 100. Geburtstag von Albert Camus ausgerichtet hat, der ein unerwartet großes Interesse ausgelöst hat. Wir haben dann recherchiert und festgestellt, dass es eine Albert-Camus-Gesellschaft im deutschsprachigen Raum offensichtlich noch nicht gibt.

Inzwischen hat ein erstes Gründungstreffen in Aachen stattgefunden. Konnten Sie sich dort bereits auf die Zielsetzung der zukünftigen Albert-Camus-Gesellschaft verständigen?

Ybbs: Wir möchten die Ideen Camus‘, die sich in seiner politischen, schriftstellerischen und philosophischen Arbeit niederschlägt, kritisch diskutieren und in die Gegenwart hinein reflektieren. Camus ist, aus unserer Sicht, geographisch in der Fremde und zeitlich in einer Epoche mit anderen Vorzeichen geboren. Was uns aber verbindet, das sind die Gedanken, die er aus seiner eigenen Biographie hergeleitet hat und die wir nun durch eine nachhaltige Auseinandersetzung, – auch in Reflexion zu anderen Denkern, zeitgemäß weiterleiten wollen. Umsetzen wollen wir das in internen Gesprächskreisen und öffentlich wirksamen Veranstaltungen wie Diskussionen, Vorträgen, Tagungen, Lesungen, etc., zu denen wir auch externe Referenten einladen möchten. Wichtig sind natürlich auch Kontakte nach außen, etwa mit der französischen Camus-Gesellschaft.

Wer sind die Personen, die federführend hinter der Idee einer deutschen Camus-Gesellschaft stehen?

Ybbs: Dr. Jürgen Kippenhan hat in Bochum, Bonn und Aachen Philosophie und Sozialwissenschaften studiert und über die Möglichkeit künstlicher Intelligenz promoviert. Nach einer Hochschulassistenz in Aachen war er Gastdozent an einer brasilianischen Universität. Zurück in Aachen hat er einen Lehrauftrag am philosophischen Institut der RWTH übernommen. 2009 gründete er das Institut für Philosophie und Diskurs „LOGOI“. Seitdem finden dort zahlreiche Veranstaltungen mit unterschiedlichen Referenten statt, einmal monatlich ein Philosophischer Salon, regelmäßige philosophische Tischgespräche, Lesungen, Ausstellungen und Fortbildungen.

Ich selbst arbeite, nachdem ich vorher meinen beruflichen Schwerpunkt auf meine andere Leidenschaft, die Bildhauerei gelegt hatte, seit einigen Jahren als Schriftsteller. Im Herbst ist mein vierter Roman „Die Gedankentauscher“ erschienen, bei dessen Schreiben ich auf Camus gestoßen bin. Seitdem beschäftige ich mich intensiv mit ihm, habe fast alle seine Bücher und einige Sekundärliteratur über ihn gelesen. Zurzeit arbeite ich an einem Romanessay über Camus. Wer mehr über unsere Arbeit erfahren will, kann auch die folgenden Seiten besuchen: www.logoi.de und www.sebastian-ybbs.de

Wie viele Teilnehmer hatte das erste Gründungstreffen – und wie geht es jetzt weiter?

Ybbs: Es waren acht Interessenten, die sich nach unserem ersten internen Aufruf gemeldet haben. Spannend war der vielfältige Bezug der Teilnehmer zu Camus. Jetzt gilt es natürlich, weitere Neugierige auf uns aufmerksam zu machen, die durchaus auch entfernt von Aachen leben dürfen. Am Dienstag, 28. Januar, treffen wir uns zu einem Gesprächskreis, der als „offenes Plenum“ regelmäßig stattfinden soll. Als erste Gesprächsgrundlage haben wir die Nobelpreisrede Camus´ vom 10. Dezember 1957 ausgewählt. Dieses Treffen findet um 20 Uhr im LOGOI, Jakobstraße 25a, in Aachen statt und ist offen für alle Interessenten. Zusätzlich wird ein kleiner Kreis Vorschläge über die möglichen Strukturen zur Bildung einer Albert-Camus-Gesellschaft vorbereiten.

* Interessenten an der Albert-Camus-Gesellschaft können sich an phil@logoi.de oder sebastian.ybbs@unitedtelecom.be wenden.

 

 

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