Kalenderblatt: 6. August 1945 – Hiroshima

Das Friedensdenkmal in Hiroshima, auch "Atomic Bomb Dome" genannt – das einzige erhaltene Bauwerk dieser Katastrophe. Wikicommons/Fotograf: Andreas Maresch

Das Friedensdenkmal in Hiroshima, auch „Atomic Bomb Dome“ genannt – das einzige erhaltene Bauwerk dieser Katastrophe. Wikicommons/Fotograf: Andreas Maresch

„Die Atombombe: Allenfalls stimmt der allgemeine Tod unter diesem Gesichtspunkt mit der Seinsverfassung des Menschen überein. Es genügt also, ins reine zu kommen. Wir stoßen wieder auf das erste und älteste aller Probleme. Beim Unendlichen angekommen fangen wir wieder bei Null an. Zweite Verschiebung des Problems: Der Urheber der universalen Geißel ist nicht mehr Gott, sondern die Menschen. Die Menschen sind endlich Gott gleich geworden, aber in seiner Grausamkeit. Wir müssen also die Revolte der vergangenen Zeitalter neu beginnen, aber diesmal gegen die Menschheit. Man bedarf eines neuen Luzifer, der die Macht der Menschen leugnet.“¹

Am 6. August 1945 hat das US-Militär über Hiroshima die erste im Krieg eingesetzte Atombombe abgeworfen.

¹ Albert Camus, Tagebücher 1951-1959. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, S. 139f. Eintrag aus dem Jahr 1953.
Dieser Beitrag wurde unter Kalenderblatt, Zitat des Tages abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Kalenderblatt: 6. August 1945 – Hiroshima

  1. Während andere Seinesgleichen, Jean Paul Sartre im Taumel und Jubel über den Frieden in Europa, angesichts der US Atombomenabwürfe auf Hiroshima 6.9., Nagasaki 9.8.1945 öffentlich nicht vernehmbar waren, griff, neben Robert Jungk Albert Camus, beide Jahrgang 1913, zur Feder, schrieb seinen Essay über Versagen, Verbrechen globaler Wissenschaftler Community unserer Völkergemeinschaft, das Verbrechen an Menschlichkeit an der Menschheit diese Atombombenabwürfe gegen Wurzeln, Antrieb, Geist des Wissenschaftlichen ermöglicht und weltpolitisch zugelassen zu haben.
    Der Mensch in der Revolte hat Camus nicht so verstanden, individuell entwicklungspsychologisch notwendig ungesteuerte Revolten gegen alles und Jeden, Gott und die Welt, eigenes Wachstum, dessen Ausbleiben, Pubertät, Agne, Schule, Uni, zur Revolution zu bündeln. Darin sah er Gefahr durch kollektive Selbstüberhöhung hin zur Perversion totalitären Anspruchs. Nachzulesen bei Iris Radisch über Camus „Ideal des Einfachen“, 2013

  2. Anna sagt:

    Da sieht man das die Menschen aus der Vergangenheit nichts gelernt haben. Schrecklich.

    Gruß Anna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu