Jean-Paul Sartre, der Vieläugige

Sartre, wie der Künstler Jochen Stücke ihn sieht. Farbstift, Aquarell und Gouache, 2004 (36 x 53,5 cm). ©Foto: VG Bildkunst, Bonn

Sartre, wie der Künstler Jochen Stücke ihn sieht. Farbstift, Aquarell und Gouache auf Papier, 2004 (36 x 53,5 cm). ©Foto: VG Bildkunst, Bonn

Wuppertal, 22. September 2014. Wenn’s besonders gut war, freut man sich ja immer über einen kleinen Nachschlag. Und das gilt nicht nur in kulinarischer sondern auch in künstlerischer Hinsicht. In meinem letzten Beitrag tat ich mein Bedauern darüber kund, dass die Sartre-Bilder, von denen Jochen Stücke mir erzählte, in seiner Ausstellung  „Pariser Album“ im Wuppertaler Von der Heydt-Museum nicht vertreten sind (wenn schon Camus so gar nicht vorkommt…). Et voilà: Hier kommt Jean-Paul Sartre, der „Vieläugige“. Ich bedanke mich herzlich beim Künstler für diese Aufmerksamkeit! Als „vieläugig“ mag wohl auch Camus seinen intellektuellen Lebensabschnittsgefährten Sartre gesehen haben, nachdem die einst freundschaftliche Verbundenheit der beiden über Sartres ätzend-scharfen Angriffen auf Camus‘ L’Homme révolté zerbrochen war. In seinem Carnet notiert Camus im September 1952: „Emporkömmlinge des revolutionären Geists, Neureiche und Pharisäer der Gerechtigkeit. Sartre, der Mensch und der Geist, nicht loyal.“ (1)

Neben der großen Ausstellung „Pariser Album“ im Wuppertaler Von der Heydt-Museum zeigt die Galerie Weick in Düsseldorf bis zum 25. Oktober eine Ausstellung mit 28 Arbeiten von Jochen Stücke aus den beiden Zyklen „Dresden-Phantasien“ und „Pariser Album“.

(1) Albert Camus, Tagebücher 1951-1959. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1991, S. 71.

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