Je me révolte, donc je suis Charlie

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Auch am Tag zwei nach dem grauenvollen Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris lassen meine Trauer und mein Entsetzen nicht nach. Immer wieder kehren meine Gedanken zu dem Ereignis zurück, zu den Menschen, die ihr Leben lassen mussten, zu ihren Freunden und Familien, zu den Kollegen der Karikaturisten, die trotzig und mutig weitermachen, zu den Menschen in Frankreich, die jetzt in beeindruckender Solidarität zusammenrücken. Ein erster Impuls hatte mich davon abgehalten, mich sogleich an der Welle der  Je suis Charlie-Postings zu beteiligen, denn: Ich bin nicht Charlie. Ich lebe. Ich habe für das Ausüben von Freiheit nicht mit dem Leben bezahlen müssen, und meine Trauer, wenngleich groß, lässt sich nicht messen mit der Trauer derer, die den Getöteten nahestanden.

Das denke ich immer noch, aber nach zwei Tagen der Sprachlosigkeit spüre ich auch: Ich kann hier nicht einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Je suis Charlie ist auch ein Mittel, dieser Sprachlosigkeit Herr zu werden und ohne viel Worte, die sowieso alle nicht genügen würden, Solidarität zu zeigen und für die Verteidigung der Freiheit einzustehen. Mit Camus: „Je me révolte, donc nous sommes.“ Ich revoltiere, also sind wir. Wir revoltieren, also sind wir Charlie. Je suis Charlie. 

 

P.S. Mein allergrößter Respekt gilt den Kollegen, die in kürzester Zeit mit großartigen, mutigen, trotzigen, bissigen und herzzerreißenden Zeichnungen auf den Anschlag reagiert haben. Eine Auswahl findet sich hier auf tagesschau.de

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Ein Kommentar zu Je me révolte, donc je suis Charlie

  1. Stefan Mensah sagt:

    Je suis Charlie

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