Ein Ausflug in die Heimat Camus‘ – Die Suite Camus kommt nach Wuppertal

suite-plakatIch freu‘  mich schon so auf Donnerstag! Die Suite Camus kommt nach Wuppertal ins Café Ada, und dafür reisen wunderbare Künstler aus New York, Paris, Berlin und Bochum an. WZ, RGA, Wuppertaler Rundschau und das Heinz Magazin haben bereits angekündigt, und ich kann nur hoffen, dass auch noch viele Blog-Leser neugierig genug darauf sind, um vielleicht den Weg nach Wuppertal zu finden. Damit nicht wie beim Camus-Vortrag in Bonn und dem Filmabend in Wuppertal in der vergangenen Woche Besucher mit enttäuschten Gesichtern wieder abziehen müssen, empfiehlt es sich, Karten zu reservieren.

Was muss man sich unter der Suite Camus vorstellen? Nun, es ist eine Hommage an den „algerischen“ Albert Camus, eine Reise in Bildern, Musik und Text zu den Quellen, aus denen sich letztlich sein ganzes Werk, sein ganzes Leben gespeist hat. Außerhalb von Algerien werde er sich immer wie im Exil fühlen – so hat Camus sich wiederholt geäußert. Die Suite Camus führt im Zusammenwirken von Musik, Text und Videoprojektionen ins mediterrane Herz der Camus’schen Gedanken- und Bilderwelt. Realisiert wurde dieses im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen überschreitende Projekt von erstklassigen Musikern und Künstlern aus Algerien, Deutschland und Frankreich. Die zehn von Albert Camus so genannten „Lieblingswörter“ bilden das Rückgrat der Suite: „Die Welt, der Schmerz, die Erde, die Mutter, die Menschen, die Wüste, die Ehre, das Elend, der Sommer, das Meer“ (1).

Andreas Arnold, Komponist der „Suite Camus“.
©Foto: Angelica Escoto

Videoaufnahmen der algerischen Künstler Hassen Ferhani und Katia Kameli führen an Lieblingsorte von Camus wie die römischen Ruinenstädte Tipasa und Djemila, in die Wüste und ans Meer, zeichnen aber auch ein ehrliches Bild vom Algerien der Gegenwart. Der in New York lebende Gitarrist und Komponist Andreas Arnold hat dazu eine Musik geschaffen, die Elemente von Jazz, elektronischen Sounds und (entfernt) an Flamenco erinnernden Klängen vereint, sehr stimmungshaft und vielfältig – soviel kann man sogar schon aus kurzen Ausschnitten im Netz ermessen. Und natürlich wird Camus auch in Texten selbst zu Wort kommen: in Auszügen
 aus
 Tagebüchern,
 Romanen,
 Bühnenwerken,
 Essays
 und
 Briefen.

Ganz besonders freue ich mich, dass Martin Bretschneider von Bochum nach Wuppertal kommen wird, um diesen Part zu übernehmen. Ich hatte ihn erst unlängst in der Titelrolle von Camus‘ Theaterstück Caligula in Bochum gesehen – und war hingerissen. Soviel heute dazu, mehr zu diesem phantastischen jungen Schauspieler in Kürze.

Die an der Suite beteiligten Musiker sind: Andreas Arnold, New York (Gitarre), David Enhco, Paris (Trompete), Marcel Krömker, Berlin (Kontrabass) und Julien Augier, Paris (Schlagzeug).

Das Projekt Suite Camus wurde vom Goethe-Institut Paris in Auftrag gegeben und vom Institut Francais in Algier sowie der Deutschen Botschaft in Paris gefördert. Nach den Premieren in Paris und New York im Sommer dieses Jahres ist die Aufführung in Wuppertal die zweite und vorerst einzige weitere Station in Deutschland.

Einen kleinen Video-Eindruck der Suite gibt es hier: Suite Camus 2013 und mehr Infos zum Projekt und den Künstlern hier.

* Termin: 14. November 2013, 20 Uhr, im Café ADA, Wiesenstr. 6, Wuppertal. Karten im Vorverkauf: 14 Euro/ 9 Euro (ermäßigt); Abendkasse: 18 Euro/ 14 Euro (ermäßigt). Vorverkauf über www.wuppertal-live.de

 

(1) Albert Camus, Tagebücher 1951-1958. Aus dem Französischen übertragen von Guido G. Meister. Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, S. 11. Eintrag von 1951.
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