„Der Fall“ als Bühnenmonolog in Bad Homburg

Gerade erst war mit der kleinen Reise nach Amsterdam Der Fall wieder verstärkt in mein Blickfeld geraten, da entdecke ich dies: Der Fall als Bühnenmonolog beim Bad Homburger Poesie und Literaturfestival. Es liest (oder spricht) der bekannte Schauspieler Christian Berkel, seit 2006 einem breiten Fernsehpublikum vor allem bekannt als der „Kriminalist“ in der gleichnamigen ZDF-Krimiserie. In „Der Mann mit dem Fagott”, der Verfilmung der Lebensgeschichte von Udo Jürgens, spielte er dessen Großvater Heinrich Bokelmann. Mit Erstaunen lernte ich bei dieser Gelegenheit, dass er auch in Kinofilmen wie „Operation Walküre“ (mit Tom Cruise) oder Quentin Tarantinos Blockbuster „Inglorious Basterds“ mitgewirkt hat, was mir nicht präsent war. In der Ankündigung des Literaturfestivals heißt es:

"Der Fall" als Bühnenmonolog: Es spricht der Schauspieler Christian Berkel. Foto ©: Julia von Viettinghoff

„Der Fall“ als Bühnenmonolog: Es spricht der Schauspieler Christian Berkel. Foto ©: Julia von Viettinghoff

„Im Bad Homburger Kurtheater schlüpft Berkel in die Rolle von Albert Camus‘ Hauptfigur aus dessen Roman Der Fall, für den der französische Autor den Nobelpreis erhielt: Johannes Clamans ist Anwalt, der, untergetaucht im Amsterdamer Rotlichtviertel, in Form einer atemberaubenden Seelenbeichte seine Motivationen und Lebensansichten hinterfragt und vor uns, dem imaginären Publikum, offenlegt. Ein starker Monolog, wie er im Lichte aktueller Politiker-Viten nicht aktueller sein könnte! Musikalisch stimmungsvoll begleitet wird Berkel dabei von der Gruppe TANGO TRANSIT, deren Akkordeonvirtuose Martin Wagner u.a. authentische französische Musette-Känge beisteuert.“

Nun hat Camus meines Wissens den Nobelpreis nicht im Besonderen für Der Fall erhalten, eher schon für Die Pest, recht eigentlich aber doch für sein Gesamtwerk (oder, wie es auf der Nobelpreis-Seite im Netz heißt: „Für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet”), aber ich will nicht kleinlich sein. Das Ganze klingt jedenfalls nach einer interessanten Veranstaltung, wobei mich als Camus- UND Tango-Liebhaberin schon das bloße gemeinsame Vorkommen von Camus und Tango in ein und derselben Ankündigung  elektrisiert hat. Was vermutlich in die Irre führt, schließlich ist ja gar nicht von Tango- sondern von Musette-Klängen die Rede. Sei’s drum! Möglicherweise ist ja nach dem Amsterdam- noch ein weiterer Kurztrip drin, und der könnte dann durchaus nach Bad Homburg führen.

Info: Termin: 10. Juni 2013, 20 Uhr, im Kurtheater Bad Homburg. Karten: Tourist Info+Service im Kurhaus Bad Homburg, Telefon (06172) 178 3710 und bei Frankfurt Ticket RheinMain.

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