2015 – und es geht weiter: Camus im Januar

Ensembleszene mit Martin Bretschneider (vorne) als Caligula. ©Foto: Theater Rottstr. 5

Endlich noch einmal zu sehen: Die Caligula-Inszenierung am Theater Rottstr. 5 in Bochum (Ensembleszene mit Martin Bretschneider, rechts, als Caligula). ©Foto: Theater Rottstr. 5

Hoppla, einmal nicht hingeguckt, und das nächste Camus-Jahr startet schon wieder durch: Bereits am heutigen Dienstagabend, 6. Januar, lädt die Deutsche Albert Camus-Gesellschaft in Aachen wieder zu ihrem monatlichen Jour fixe ein. Sebastian Ybbs alias Holger Vanicek, Vorsitzender der Gesellschaft, wird passend zum 55. Todestag von Camus am 4. Januar einige Ausschnitte aus seinem Romanessay Der Unglückstod eines Glücklichen vorstellen. „Was waren die letzten Eindrücke Camus‘ als er starb? Empfand er diese Situation als absurd oder als ganz banal?“, fragt sich der Autor und wagt in seinem Romanessay darüber zu spekulieren. Dabei „gerät er auf die Spur ganz eigener, zeitgemäßer Betrachtungen“, heißt es in einer Ankündigung. Sebastian Ybbs erklärt selbst zu seinem Buch: „Die Äußerungen in diesem Text stammen ausschließlich von mir als Autor dieses Buches. Sie leiten sich zwar aus den literarischen, philosophischen und politischen Gedanken Albert Camus‘ ab und beziehen sich in vielen Punkten auf seine Biographie, doch dieses Romanessay ist als reine Fiktion geschrieben. Es ist der Versuch, die Ideen Camus‘ weiterzudenken und in die Gegenwart, mit dem Wissen, das wir heute haben, zu reflektieren. Dass es hier zu Interpretationen kommt, die andere Kenner Camus‘ möglicherweise so nicht teilen, kann nicht ausgeschlossen werden, doch dieses Buch folgt dem Gedanken, dass wir aus einer Meinungsvielfalt zu neuen Erkenntnissen gelangen, zu denen uns Albert Camus neben anderen Denkern auf die Sprünge geholfen hat.“ Termin: Dienstag, 6. Januar, 20 Uhr, im philosophischen Institut LOGOI, Jakobstraße 25a, in Aachen.

Ebenfalls bereits am heutigen Dienstag steht im Düsseldorfer Schauspielhaus wieder Michael Gruners Inszenierung von Die Gerechten auf dem Spielplan, bei der die Revolutionäre von schon etwas in die Jahre gekommenen Alt-68ern dargestellt werden. Die Premierenkritiken dazu waren gemischt – und ich bin gespannt darauf, mir endlich selbst ein Bild machen zu können (mehr zur Kritik im Blog und auf der Theater-Webseite). Termine: Dienstag, 6. Januar, 15. und 22. Januar, 19.30 Uhr. Auch beim Euro Theater in Bonn bleiben Die Gerechten weiter im Programm; ebenso wie die Bühnenadaption von Der Fremde, beides in der Regie von Jan Steinbach. Termine: Der Fremde am 20. Januar, Die Gerechten am 22. Januar, 20 Uhr (im Blog).

Beim Schauspielhaus Graz läuft weiterhin mit großem Erfolg Nikolaus Habjans Inszenierung von Das Missverständnis als Menschen- und Figurentheater, die nächsten Termine sind am 16. und 19. Januar (Infos).

Und besonders freut es mich, dass ich nach längerer Zeit wieder einmal eine Vorstellung von Caligula beim Theater Rottstr. 5 in Bochum ankündigen kann – eine Inszenierung, die (nicht nur) mich bei der Premiere 2013 restlos überzeugt hat (nachzulesen hier). Termin: 31. Januar, 19.30 Uhr.

Ich wünsche allen Blog-Leserinnen und Camus-Freunden ein anregendes neues (Camus-)Jahr 2015!

 

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2 Kommentare zu 2015 – und es geht weiter: Camus im Januar

  1. Mahnkopf, Hans-Jürgen sagt:

    Liebe Frau Reif,

    Es ist immer wieder erfrischend und schön, Ihre Zeilen zu lesen.

    Noch ein zusätzlicher Hinweis:

    Am 17.1. wird in Hannover die Oper Caligula aufgeführt.

    Beste Grüße und vielen Dank

    • Anne-Kathrin Reif sagt:

      Lieber Herr Mahnkopf, das freut mich sehr. Und: ganz herzlichen Dank für diesen Hinweis, dem ich natürlich noch nachgehen werde!

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