Merci, Albert, für die schönen Begegnungen!

„Camus und ich“ beim Lesefestival „Der Berg liest“ in Wuppertal. ©Foto: Klaus Dreisbusch

Zum ersten Mal habe ich in diesem Jahr mitgemacht beim großen nachbarschaftlichen Lesefest „Der Berg liest“ in Wuppertal, und darüber bin ich sehr froh! Das war ein sehr schöner Sonntagnachmittag und -Abend für mich, und das einzige, was mir daran nicht gefallen hat, ist, dass ich nicht zugleich selber vorlesen und herumwandern und zuhören konnte. Gefreut habe ich mich über Nachbarn, Freunde und Bekannte, die endlich mal gucken wollten, was ich da immer mit diesem Camus habe, genauso wie über Zuhörer*innen, die extra wegen Camus gekommen sind und solche, die eher zufällig reinschauten und geblieben sind. Bei jeder Leserunde neu war greifbar im Raum zu spüren, wie Camus‘ Gedanken und seine Sprache die Zuhörenden in den Bann zog, sie berührte und bewegte. Und besonders gefreut habe ich mich darüber, wie sich im Anschluss in intimer Runde immer auch noch ein Gespräch und Gedankenaustausch entsponnen hat. Es war eine Erfahrung, die mir sehr viel gegeben hat, und ich möchte mich heute dafür bei allen, die dazu beigetragen haben, ganz herzlich bedanken! Und auch bei Albert, der mir wieder einmal so schöne Begegnungen beschert hat.

Einige der Essays, die ich ausgewählt habe, hatte ich selbst länger nicht mehr gelesen, und obwohl ich manchmal denke, jetzt müsste ich sie langsam auswendig kennen, habe ich sie doch wieder neu entdeckt. Und erneut wahrgenommen, wie sich bei Camus die großen thematischen Linien durch sein ganzes Werk ziehen. Es ist keine Schande, glücklich zu sein“, schreibt der 24- oder 25jährige Camus in dem Essay Hochzeit in Tipasa. Man brauche sich nicht zu schämen, wenn man das Glück vorziehe, lässt Camus seinen Dr.Rieux fast 20 Jahre später in Die Pest zu dem Journalisten Rambert sagen, der zunächst alles daran gesetzt hatte, aus der geschlossenen Stadt Oran zu fliehen. Ja. Aber man kann sich schämen, ganz allein glücklich zu sein”, antwortet Rambert – und bleibt.

Bei der schönen Aktion „Der Berg liest“ habe ich und haben sehr viele Menschen ihr sonst eher einsam-zweisames Leseglück mit anderen Menschen geteilt. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber ich habe dabei (einmal mehr) erfahren, dass sich Glück, das man teilt, nicht verringert sondern auf wundersame Weise vermehrt. Mit diesem Gedanken wünsche ich allen noch einen schönen Feiertag!

 

P.S. Jetzt habe ich tatsächlich vergessen, wer mich an diesem Nachmittag alles nach dem Rezept für die tarte au citron gefragt hat… Falls Ihr hier mitlest: Erinnert mich doch hier im Kommentar daran oder schreibt eine Mail!

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2 Kommentare zu Merci, Albert, für die schönen Begegnungen!

  1. Friedhild Cudennec sagt:

    Liebe Anne-Kathrin,
    Deine Freude gebe ich -als Zuhörerin am Sonntag- gern zurück. Es war sehr, sehr schön im Raum der Kirche mit seiner Stille außer deiner Stimme und den Worten Camus oder soll ich sagen, den Bildern, die er in meinem Kopf hervorrief? Und es tat gut! Wie *bunt*/unterschiedlich die Zuhörer waren – wie wohltuend sicher Deine Führung des Gesprächs in Anschluss der Lesung! Es macht Lust auf Mehr. Danke Dir! und auch für die liebevolle Vorbereitung und  die französischen Köstlichkeiten, die ich so liebe.

    • Anne-Kathrin Reif sagt:

      Liebe Friedhild, das freut mich sehr, ganz herzlichen Dank. Schön, dass ich auf diese Weise auch Dich und Euch als meine „Kirchennachbarn“ kennengelernt habe!

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